Ortsbegehung

Wir haben nach dem Studium des Sitzungsprotokolls der Gemeindevertretung vom Oktober 2018 gelernt, dass alle Gemeindevertreter aller Parteien das Projekt „Haus im Wald“ der Else Kröner-Fresenius-Stiftung EINSTIMMIG befürwortet haben. Ende April haben wir Kontakt mit 28 Mitgliedern der Gemeindevertretung aufgenommen, um ihre Gründe für die Unterstützung des Projekts zu erfahren. Wir haben fünf Antworten erhalten. Vier Mal wurden wir vertröstet.

Mitte Mai hat Prof. Dr. Madeja von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung Vertreter der Gemeinde zu einem Treffen eingeladen. Dieses Treffen wollten die vier Gemeindevertreter abwarten, bevor sie mit uns als Bürgerinitiative und Bürgern von Schmitten in Dialog treten. Mit einem Gemeindevertreter durften wir ein Telefonat führen. Unsere Bedenken wurden zerschlagen in dem Duktus: „…die Schmittener sollten froh sein, dass sich ein DAX-30-Unternehmen in der Gemeinde engagiert. Der von der BI hochgerechnete Verkehr sei völlig überzogen und absolut tragbar. Es würde endlich etwas für Schmitten getan…“. WAS genau der Vorteil für Schmitten sein soll, blieb unbeantwortet.

Anfang Mai haben wir alle Fraktionsvorsitzenden aller Parteien angeschrieben und sie zu einem Ortstermin eingeladen. Ziel war mit ihnen die in den Planungsunterlagen vorgesehene Zuwegung  Am Kohlberg und Mittelfeld begehen. Den Ortstermin diente dazu, unsere Argumente darzulegen und die Beweggründe der Gemeindevertreter zu verstehen,  warum sie das Projekt „Haus im Wald“ unterstützen.

Auf unsere Einladung bekamen wir 3 Zusagen. Eine davon enthielt die Bitte,  Prof. Dr. Madeja als Vertreter der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ebenfalls zu dem Termin einzuladen. Ein weiterer Teilnehmer informierte die Else Kröner-Fresenius-Stiftung direkt über den Orttermin, ohne vorherige Absprache mit uns.

Nach interner Diskussion mit verschiedenen BI-Vertretern und nach der Diskussion beim letzten BI-Treffen, haben wir den Entschluss gefasst, dass wir den Ortstermin ausschließlich mit unseren Schmittener Lokalpolitikern durchführen möchten. Uns ist es wichtig, mit der Politik in den direkten Dialog zu kommen und zu verstehen, welchen Vorteil sie in dem Projekt für Schmitten und für uns Bürger sieht. Daraufhin sagten uns 2 eingeladene Fraktionsvorsitzende ab: keine Begehung ohne Prof. Dr. Madeja.

Am 22. Mai war der Begehungstermin. Drei Vertreter*innen waren für die BI vor Ort. Unterstützt wurden wir vom betroffenen Jagdpächter. 4 Fraktionen waren vor Ort vertreten. Die BI hatte keine Pressevertreter dazu geladen, um den Dialog möglichst unbefangen zu eröffnen.

Unser Fazit: Alle Seiten zeigten Gesprächsbereitschaft und bemühten sich stets um eine sachliche Atmosphäre. Der Austausch war respektvoll und auf Augenhöhe. Die Bedenken der BI wurden angehört und durchaus ernst genommen, jedoch nicht geteilt, denn die Politik hat eine uneingeschränkt positive Sicht auf das Projekt „Haus im Wald“. Das Bauvorhaben der Else Kröner-Fresenius-Stiftung wird von den anwesenden Fraktionen als völlig unkritisch angesehen, ist frei von jeglichen Bedenken und wird  zu 100% positiv bewertet.

Betont wurde immer wieder: die Stiftung kommt für alle Kosten auf. Das stellt die Gemeinde „sorgenfrei“, denn alle Auflagen, die im Weg durch das institutionelle Genehmigungsverfahren auftauchen sollten, werden von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit ihrer finanziellen Macht aus dem Weg geräumt.

Die Politik betonte, dass das Projekt großes Renommee für Schmitten bringt. WAS genau das Renommee oder der konkrete Vorteil  für Schmitten sein könnte, konnte uns keiner der anwesenden Lokalpolitiker erklären.

Unser Eindruck ist:

  • Die Politik vertraut der Else Kröner-Fresenius-Stiftung – vertreten durch Prof. Dr. Madeja – blind.
  • Die Bedenken der BI werden gehört, aber zur Seite geschoben.
  • Eingriffe in die Natur werden heruntergespielt.
  • Wer je selbst ein Haus gebaut hat und weiß, wieviel Platz dafür notwendig ist und welches Gerät benötigt wird, der kann nur staunen, wir „minimalinvasiv“ hier Abriss und Neubau vonstattengehen soll. Aber vielleicht ist das tatsächlich mit viel Kapitaleinsatz möglich.
  • Der Termin war charakterisiert durch viele Behauptungen und Annahmen auf beiden Seiten. Die anwesenden Fraktionsvorsitzenden konnten zu unseren Bedenken und Befürchtungen wenig Fakten und handfeste Argumente beisteuern, was sicher dem Projektplanungs- und Informationsstand der Else Kröner-Fresenius-Stiftung entspricht.

Was wir mitgenommen haben: es wird einen Verwaltungsvertrag geben, in dem Regeln/Auflagen/Bedingungen festgeschrieben werden können. Aber wir wurden bereits darauf hingewiesen, dass nicht jedes Detail dort festgehalten werden kann bzw. soll. Diese Antwort bezog sich insbesondere auf unsere Nachfragen zur Größe, dem Ausbau/Erweiterung des Projekts, dem Verkehr und der Nutzung.

Klares Statement eines Fraktionsvorsitzenden:  Wenn es nötig ist, den Kohlberg zu teeren, dann wird das auch gemacht. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung trägt die Kosten.

Was wir gelernt haben: die Standort-prägende Kastanie auf dem Fresenius-Gelände, die laut der den bisherigen Planungsunterlagen erhalten werden soll, soll nun gefällt werden. Uns wurde gesagt, die Kastanie sei vom Förster als krank eingeschätzt worden. Die BI hat in der Zwischenzeit Fachleute und Gutachter den Zustand der Kastanie beurteilen lassen. Der Baum ist nicht krank. Wir vermuten: er ist dem Abriss und dem Bau einfach im Weg.

Ein Anfang ist gemacht: wir durften einen Dialog mit immerhin vier der sechs eingeladenen Fraktionen beginnen. Als BI wurden wir gehört, aber unsere Bedenken in keiner Weise geteilt. BI und Politik sind absolut konträrer Meinung. Gegen jeden Einwand der BI hat die Politik einen Aspekt aus der Argumentationslinie der Else Kröner-Fresenius-Stiftung parat.

Wenn Sie weitere Informationen zu dem Dialog mit der Politik wünschen, kontaktieren Sie uns gerne unter info@kein-haus-im-wald.de