Bürgerinitiative „Kein Haus im Wald“

Die Lage vom "Haus im Wald" westlich des Kernortes Schmitten
Die Lage vom „Haus im Wald“
Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Um was es geht?

Das im Westen des Kernortes Schmitten, mitten im Wald gelegene, baufällige Jagdhaus soll abgerissen und statt dessen dort ein Seminarhaus mit Appartements in 1,5facher Größe neu errichtet werden. Das im Wald gelegene Plangebiet soll im Zuge dessen erschlossen werden, um sowohl die Erreichbarkeit mit PKWs und Kleinbussen als auch die Wasserversorgung sowie die Abwasserentsorgung zu gewährleisten.

Was ist geplant?

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung plant als Grundstückseigentümerin den Abriß des 1916 genehmigten, inzwischen baufälligen Jagdhaus und den Neubau eines Seminarhauses mit drei Appartements zur Nutzung durch die Universität Frankfurt und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung.
Im Rahmen des Offenlegungsverfahrens hatten die Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken und Einwände vorzubringen. Die Präsentation des Bauherren am 4. April zum Vorhaben ergab, dass die Befürchtungen der Anlieger wahr werden: geplant sind jährlich 50 Seminare mit jeweils 20 Teilnehmern. Die drei Appartements im Haus würden an 200 Tagen im Jahr mit Bewohnern besetzt sein. Zudem soll das Seminarhaus ganzjährig bewirtschaftet werden.

Welche Auswirkung werden erwartet?

  • Verkehr im Wald: Das Seminarhaus soll ganzjährig bewirtschaftet werden. Man rechnet mit 50 Seminaren mit bis zu 20 Teilnehmern und an ca. 200 Tagen mit Übernachtungsgästen. Da das Seminarhaus verkehrstechnisch schlecht angebunden ist, muss davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer zum Großteil individuell mit ihrem PKW anreisen. Außerdem müssen die Teilnehmer von externen Catering-Betrieben mit Essen und Getränken versorgt werden (3x täglich Anlieferung und Abholung an Seminartagen). Auch Reinigungskräfte, die Müllabfuhr, der Facility-Manager, etc. müssen jeweils mit ihren Fahrzeugen zum Seminarhaus mitten im Wald.
  • Gewerbe im Wald: Es soll ein Gewerbebetrieb mittem im Wald betrieben werden.
  • Emissionen: Durch den gewerblichen Betrieb des Seminarhauses ist mittem im Wald ganzjährig mit Lärm- und Lichtemission zu rechnen.
  • Bau des Hauses: Die geplante 3jährige Bauzeit geht über unbefestigte Waldwege, parallel zu teilweise oder/und vollständig geschützten Biotopen. Für die Infrastruktur des „Haus im Wald“ müssen mind. 2,5 km Waldwege aufgerissen werden.
    Die Staubbelastung durch die Baufahrzeuge wird negative Auswirkungen auf Erholungssuchende, aber auch auf die Pflanzen (z. B. Verkleben der Blattorgane) und Habitate für die Tierwelt (z. B. Nistgelegenheiten) haben.
    Der Waldboden – in einem von Dürre und Borkenkäferbefall erheblich geschädigten Bereich – wird weiter verdichtet.
  • Lärm- und Verkehrsbelastung: Während der drei Jahre Bauzeit ist mit einer erhöhten Lärm- und Verkehrsbelastung rund um die geplanten Zuwege über den Kohlberg (Schmitten) und die Waldwege vom Akazienhof in Seelenberg über den bei Wanderern und Spaziergängern sehr beliebten „Weißen Stein“ zu rechnen.
  • Rodungen: Der Großteil der auf dem Grundstück befindlichen stattlichen Bäume (mit bis zu 3m Stammumfang) sind markiert und es ist damit zu rechnen, dass diese Bäume gefällt werden sollen.
  • Versiegelung: Im Rahmen der Baumaßnahme ist geplant, die Zuwegung über den Kohlberg (ca. 1,2 km Schotterwege) zu erschließen und zu versiegeln. Die gesamte Zufahrt befindet sich wie auch das Seminarhaus selber auf einer Fläche, die als „ökologisch bedeutsame Flächennutzung mit Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft„, als „Vorbehaltsgebiet für Natur und Landschaft“ und als „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“ ausgewiesen ist.
Zuwegungs zum „Haus im Wald“
Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Warum wir eine BI gegründet haben?

Die Bürgerinitiative „Kein Haus im Wald“ wurde gegründet, um das Bauvorhaben der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zu verhindern und der Stiftung alternative und naturnahe Nutzungsmöglichkeiten für das Grundstück aufzuzeigen.

Warum der Name?

Der ein oder andere mag sich fragen, warum wir uns den Namen „Kein Haus im Wald“ gegeben haben.

Das ist mehr als simpel: das Bauvorhaben heißt „Haus im Wald“. Da ist sehr schnell unser Name draus entstanden. Gerne hätten wir uns einen neutraleren Namen gegeben – am liebsten nach dem Ort um den es geht.

Leider hat aber das Fresenius-Gelände keinen „amtlichen“ Namen:

  • das bekannte Wegkreuz „Weißer Stein“ liegt unweit, aber dennoch daneben
  • der „Kohlberg“ wird zwar wohl von der Zufahrt betroffen sein, aber ist auch nur ein Teil des betroffenen Gebiets
  • das „Mittelfeld“ wird auch von der Zufahrt betroffen sein, aber ist auch nur ein Teil des betroffenen Gebiets
  • der „Feldkopf“ liegt eher westlich vom „Haus im Wald“
  • Im „Eichfeld“ liegt eher östlich vom „Haus im Wald“

So sind wir bei unserem ersten Impuls geblieben „Kein Haus im Wald“.

Wer sind wir?

Wir, das sind 13 Gründungsmitglieder, ca. 20 Unterstützer im engeren Kreis und mittlerweile 170 Bürger Schmittens, die den Abriss und Neubau des „Haus im Wald“ verhindern wollen.

Die Gründungsmitglieder sind ganz normale Leute: Schmittener Bürger, Neu-Schmittener und Alteingesessene (alle 13 zusammen leben wir 364 Jahre in Schmitten), Angestellte und Selbständige, Berufstätige in Teil- und in Vollzeit, Hausfrauen und Rentner, Haushalte mit und ohne Kinder und mit und ohne Haustiere: einfach gesagt, wir sind Nachbarn.